Autotransporter „Ocean Breeze“ rammt Nordschleuse in Bremerhaven

Der Autotransporter Ocean Breeze ist in der Nacht zu Donnerstag beim Einlaufen in die Nordschleuse in Bremerhaven gegen die Betonwand am Außenhaupt gestoßen. Der Vorfall ereignete sich gegen 2 Uhr, wie die Hafengesellschaft Bremenports laut Medienberichten mitteilte. Durch den Aufprall wurde ein rund zwei mal drei Meter großer Betonblock aus der Außenwand verschoben.

Was ist passiert?

Der 199 Meter lange Frachter stieß trotz der Assistenz durch mehrere Schlepper gegen die Schleusenwand. Der herausgelöste Betonblock ragte laut Bericht so weit hervor, dass eine Beeinträchtigung des Schleusentores nicht ausgeschlossen werden konnte. Der Schleusenbetrieb wurde daraufhin eingestellt, Sicherungsmaßnahmen wurden eingeleitet. Am Freitagmorgen entfernte ein Kran zunächst den Betonblock, anschließend barg ein Taucherteam von Bremenports weitere Beton- und Gesteinsbrocken aus dem Wasser, die das Öffnen und Schließen des Tores hätten behindern können. Nach Abschluss der Arbeiten wurde die Nordschleuse am Freitag um 11 Uhr wieder für den Schiffsverkehr freigegeben. Zur Unfallursache machte Bremenports keine Angaben; Angaben zu Verletzten liegen nicht vor.

Anzeige

Was die AIS-Daten zeigen

AIS-Track der Ocean Breeze an der Nordschleuse Bremerhaven mit den assistierenden Schleppern – Quelle: Schiffsradar24.de – zum Abspielen ▶ drücken

Die AIS-Daten zeichnen ein anderes zeitliches Bild als die Meldung von Bremenports. Demnach lief die Ocean Breeze bereits in der Nacht zu Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, in die Nordschleuse ein: Gegen 01:20 Uhr gingen die Schlepper Fairplay-82, Fairplay-68 und Fairplay-91 längsseits – teils nur wenige Meter vom Schiff entfernt. Um 01:33 Uhr verlangsamte die Ocean Breeze an der Schleuseneinfahrt auf rund einen Knoten, gegen 01:50 Uhr lag sie in der Schleusenkammer, kurz vor 03 Uhr war sie im Hafen festgemacht. In der Nacht zu Donnerstag bewegte sich das Schiff laut AIS nicht.

Auch der Verkehr durch die Schleuse spricht für diesen Zeitpunkt: Vor der Ocean Breeze passierten regelmäßig große Schiffe die Nordschleuse, nach ihr bis zum Morgen des 7. Oktober nur noch drei kleinere Schiffe zwischen 80 und 88 Metern Länge – danach bis zur Freigabe am Freitag kein Schiff über 80 Meter mehr. Ob die Kollision tatsächlich in der Nacht zu Mittwoch geschah, lässt sich mit AIS-Daten allein nicht abschließend klären; Bremenports nennt laut Medienberichten die Nacht zu Donnerstag.

Nach dem Ereignis zeigt der AIS-Track kein erneutes Auslaufen des Schiffs: Die Ocean Breeze erreichte danach maximal 2,7 Knoten und legte insgesamt nur rund 5,2 Kilometer zurück. Die letzte erfasste Position stammt vom 10. Oktober 2026, 01:50 Uhr, mit dem Status „Festgemacht“ – rund 1,3 Kilometer vom Kollisionsort entfernt. Das Schiff blieb damit über mehrere Tage ohne Fahrt im Bereich des Hafens liegen.

Der Hafen Bremerhaven zeigte zum Stand vom 10. Oktober 2026 insgesamt 91 Schiffe im Hafen, davon 22 größere Einheiten ab 80 Meter Länge. Acht Schiffe warteten auf Reede, nach 14 wartenden Schiffen 24 Stunden zuvor und einem 7-Tage-Schnitt von 11 wartenden Schiffen – die Zahl der Wartenden lag zum Erhebungszeitpunkt also eher unter dem Durchschnitt. In den vorangegangenen 24 Stunden wurden 246 Anläufe und 244 Abfahrten registriert. Zu den größeren wartenden Schiffen zählten laut AIS unter anderem die Nordsee, die Seaway Phoenix und der Chemikalientanker Gioconda.

Das Schiff

NameOcean Breeze
TypCargo – Special/Bulk (Autotransporter, PCTC)
IMO9987794
Länge199 m
ZielDE BRV > GB SOU

Der Autotransporter wird laut Hansa von Sallaum Lines aus Zypern betrieben und verfügt über einen LNG-Dual-Fuel-Antrieb mit Platz für 7.500 Fahrzeugeinheiten auf 13 Decks.

Wie geht es weiter?

Die Schäden an der Hochwasserschutzmauer sollen laut Bremenports in den kommenden Wochen instand gesetzt werden. Die Höhe des Sachschadens wird noch ermittelt. Die Nordschleuse selbst ist seit Freitag, 11 Uhr, wieder für den Schiffsverkehr freigegeben.

Quellen

Nach oben scrollen
Werbung links

Werbung

Werbung rechts

Werbung