Am Freitagabend (06.11.2026) entwickelte sich im Maschinenraum des Hamburger Löschboots „Branddirektor Westphal“ starker Rauch. Die Brandmeldeanlage löste aus. Das Boot brach die Fahrt zu einem Rettungseinsatz in der HafenCity ab und legte an Brücke 10 der Landungsbrücken an.
Was ist passiert?
Wie die Feuerwehr Hamburg gegenüber der MOPO bestätigte, war das Löschboot auf dem Weg zu einer Person, die in der HafenCity in die Elbe gestürzt war. Wegen der Rauchentwicklung an Bord stoppte die Besatzung an den Landungsbrücken und alarmierte weitere Einsatzkräfte.
Nach Angaben des Einsatzleiters liegt vermutlich ein technischer Defekt am Turbolader des Motors vor. Die genaue Ursache soll noch untersucht werden. Andere Einsatzkräfte der Feuerwehr übernahmen unterdessen den Rettungseinsatz in der HafenCity und retteten die Person aus dem Wasser.
Korrektur: In der ersten Fassung war allgemein von einem Brand auf einem Schiff an den Landungsbrücken die Rede. Bestätigt ist nach den Angaben der Feuerwehr gegenüber der MOPO die starke Rauchentwicklung auf dem Löschboot „Branddirektor Westphal“. Die Personenrettung in der HafenCity erfolgte durch andere Einsatzkräfte.
Was die AIS-Daten zeigen

Zum Zeitpunkt der Auswertung um 20:24 Uhr registrierten die AIS-Daten von Schiffsradar24 insgesamt 328 Schiffe im Hamburger Hafen, davon 78 größere Einheiten ab 80 Metern Länge. 304 Schiffe lagen festgemacht, 24 befanden sich in Fahrt im Hafengebiet. Schiffe, die auf Reede auf einen Liegeplatz warten mussten, wurden nicht gezählt. Zum Vergleich: Vor 24 Stunden waren 317 Schiffe im Hafen unterwegs oder festgemacht, der 7-Tage-Schnitt liegt bei 323 Schiffen – die aktuelle Zahl bewegt sich damit im üblichen Rahmen. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die AIS-Daten 1232 Anläufe und 1219 Abfahrten im gesamten Hafengebiet. Konkrete Schiffe am Ereignisort selbst oder Einsatzfahrzeuge in unmittelbarer Nähe der Landungsbrücken ließen sich aus den verfügbaren AIS-Daten nicht gesondert ausweisen, da kleinere Boote und Einsatzschiffe nicht immer AIS senden oder in dieser Auswertung nicht separat erfasst wurden.
Der Hafen
Der Hamburger Hafen zeigt nach den AIS-Daten zum Ereigniszeitpunkt keine Auffälligkeiten im Gesamtverkehr: Die Zahl der Schiffe im Hafen liegt nahe am Durchschnitt der vergangenen Woche, Wartezeiten auf Reede gab es weder aktuell noch vor 24 Stunden. Unter den aktuell im Hafen liegenden Schiffen befinden sich laut AIS-Daten mehrere traditionsreiche Segelschiffe, darunter die LUNA (114 m), die SHENOA (55 m) sowie kleinere Einheiten wie SCHAARHOERN, NOBILE, LANDRATH KUESTER, MALTZAHN HF294 und FORTUNA, die größtenteils festgemacht sind. Die MARE FRISIUM war zum Stand der Auswertung unterwegs.
Wie geht es weiter?
Der mögliche Defekt am Turbolader soll laut MOPO in den kommenden Tagen genauer untersucht und bei Bedarf repariert werden. Die Ursache der Rauchentwicklung ist damit noch nicht abschließend geklärt.
Quellen
- MOPO: Alarm auf Hamburger Löschboot – Retter müssen Einsatz abbrechen (06.11.2026), mit Angaben der Feuerwehr Hamburg und des Einsatzleiters
- AIS-Auswertung: Schiffsradar24, 06.11.2026, 20:24 Uhr (Europe/Berlin)



