AIDAcara: Das Mutterschiff der Kussmund-Flotte im neuen Dienst
Die AIDAcara ist die Legende schlechthin. Als sie 1996 (damals noch einfach als „AIDA“) in Dienst gestellt wurde, erfand sie den deutschen Kreuzfahrtmarkt neu: Weg mit dem steifen Dresscode und den festen Sitzordnungen, hin zum lockeren Clubschiff-Konzept. 25 Jahre lang blieb sie das Aushängeschild für individuelles Reisen.
Herkunft: Ein Wagnis, das Geschichte schrieb
Die Cara wurde in der Kvaerner Masa Yards in Turku (Finnland) gebaut.
- Taufe: Am 7. Juni 1996 taufte Christiane Herzog, die Frau des damaligen Bundespräsidenten, das Schiff in Rostock.
- Maße: Mit nur 193 Metern Länge und Platz für ca. 1.180 Passagiere war sie bis zum Ende das kleinste Schiff der Flotte.
- Besonderheit: Da sie das einzige Schiff war, blieb sie bis zur Einführung der AIDAvita (2002) schlicht die „AIDA“. Erst danach erhielt sie ihren Beinamen „cara“ (italienisch für „die Teure“ oder „die Liebenswerte“).

Die Ära bei AIDA (1996–2021)
Die AIDAcara war die Vorreiterin für alles, was wir heute an AIDA lieben:
- Weltreisen: Sie führte die erste offizielle Weltreise für AIDA durch und erreichte Häfen, die für jedes andere Schiff der Flotte zu eng waren.
- Selection-Pionier: Sie war das erste Schiff im Selection-Programm und begeisterte mit Zielen wie dem Nordkap im Winter oder abgelegenen Inseln in Südamerika.
- Abschied: Im Juni 2021, mitten in der Pandemie, gab AIDA überraschend den Verkauf bekannt. Ein großer Abschied mit Gästen blieb ihr leider verwehrt.
Wo ist die AIDAcara heute?
Die Cara hat den Sprung in ein zweites Leben erfolgreich geschafft und ist heute ein Star in einer ganz anderen Region:
- Neuer Name: Sie fährt heute als Astoria Grande.
- Besitzer: Das Schiff wurde an russische Investoren verkauft und wird von der Reederei Miray Cruises betrieben.
- Aktueller Status: Sie ist hauptsächlich im Schwarzen Meer und im östlichen Mittelmeer unterwegs. Ihr Basishafen ist meist Sotschi (Russland), von wo aus sie Ziele in der Türkei (wie Istanbul, Amasra und Trabzon) anläuft.
Das „Beaching“-Szenario: Warum die Mutter der Flotte weiterlebt
Das Schicksal der alten AIDAblu (Verschrottung) blieb der Cara erspart. Dass sie nicht zum Beaching nach Alang musste, liegt an ihrer Einzigartigkeit.
Eine Marktnische als Rettung
Schiffe der Größe der AIDAcara werden heute kaum noch gebaut, sind aber für bestimmte Märkte Gold wert.
- Wirtschaftlichkeit: Für neue oder kleinere Reedereien ist ein Schiff dieser Größe perfekt, um mit überschaubarem Risiko in den Markt einzusteigen.
- Charakter: Die Cara hat eine sehr robuste Bauweise und eine zeitlose Raumaufteilung, die auch nach 30 Jahren noch funktioniert.
Ein Beaching wäre für dieses geschichtsträchtige Schiff ein herber Schlag für die deutsche Kreuzfahrt-Identität gewesen. Dass sie heute als Astoria Grande immer noch majestätisch durch den Bosporus gleitet, ist die beste Nachricht für alle Fans der ersten Stunde.
