AIDAaura: Das Ende einer Ära und der Start in ein zweites Leben

Die AIDAaura war mehr als nur ein Schiff – sie war ein Symbol für die goldene Zeit der Clubschiffe. Als drittes Neubauschiff der Reederei (Indienststellung 2003) prägte sie über zwei Jahrzehnte lang das Gesicht von AIDA Cruises. Im September 2023 hieß es schließlich „Auf Aufsehensehen“, als sie die Flotte verließ.

Herkunft und Legenden-Status

Die AIDAaura wurde in der deutschen Aker MTW Werft in Wismar gebaut und ist das Schwesterschiff der fast baugleichen AIDAvita.

  • Taufe: Niemand Geringeres als Model-Ikone Heidi Klum taufte das Schiff am 12. April 2003 in Warnemünde.
  • Maße: Mit einer Länge von 203 Metern und Platz für rund 1.266 Passagiere gehörte sie zu den „Kleinen“ der Flotte.
  • Besonderheit: Sie war das offizielle Schiff der deutschen Olympiamannschaft während der Sommerspiele 2004 in Athen und diente dort als schwimmendes Hotel.

Die Ära bei AIDA (2003–2023)

Zuletzt war die Aura das Herzstück des AIDA Selection Programms. Während die riesigen Schiffe der Helios-Klasse (wie die AIDAnova) auf Massentourismus setzten, bot die Aura:

  1. Exotische Routen: Sie bereiste Grönland, den Amazonas und Südostasien.
  2. Familiäre Atmosphäre: Fans liebten die Aura für ihre Übersichtlichkeit und den engen Kontakt zur Crew.
  3. Weltreisen: Sie war mehrfach das gewählte Schiff für die großen AIDA-Weltreisen.

Wo ist die AIDAaura heute?

Nach ihrem emotionalen Abschied in Hamburg im September 2023 wurde das Schiff nicht verschrottet, sondern fand schnell einen neuen Besitzer.

  • Neuer Name: Sie fährt heute als Celestyal Discovery.
  • Besitzer: Die griechische Reederei Celestyal Cruises.
  • Aktueller Status: Sie wurde umfassend modernisiert und an das Design von Celestyal angepasst (blauer Rumpf statt Kussmund).

Das „Beaching“-Szenario: Warum die Aura niemals in den Schlamm musste

Viele Fans hatten Sorge, dass die Aura nach ihrem Aus bei AIDA das Schicksal der alten Blu teilen und auf einem indischen Schrottplatz landen würde. Doch für die Aura kam ein Beaching nie ernsthaft in Frage.

Der Zustand als Lebensversicherung

Die AIDAaura wurde bis zum letzten Tag extrem penibel gewartet. Ein Schiff, das in Deutschland gebaut wurde und über 20 Jahre lang erstklassige Pflege (inklusive regelmäßiger Werftaufenthalte) genoss, hat auf dem Gebrauchtmarkt einen enorm hohen Wert.

Warum Celestyal Cruises zuschlug

Reedereien, die sich auf das Mittelmeer spezialisiert haben, suchen händeringend nach Schiffen dieser Größe.

  • Hafenzugang: Die Aura kann Häfen wie Mykonos oder kleine Inseln in der Ägäis anlaufen, an denen die 300-Meter-Riesen scheitern.
  • Effizienz: Die Aura ist trotz ihres Alters relativ sparsam und technisch zuverlässig.

Das „Beaching“ bleibt meist Schiffen vorbehalten, die entweder technisch am Ende sind oder deren Reedereien während Krisen (wie der Pandemie) sofort Bargeld benötigen. Die Aura hingegen war ein Juwel, das nun im östlichen Mittelmeer glänzt.

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