AIDAmira: Das kürzeste Abenteuer in der Geschichte von AIDA Cruises

Die AIDAmira ist ein besonderes Phänomen in der Kussmund-Flotte. Als Teil des „AIDA Selection“-Programms sollte sie das Reisen auf kleineren, persönlicheren Schiffen revolutionieren. Doch kaum getauft, sorgten weltweite Ereignisse dafür, dass ihre Karriere bei AIDA fast so schnell endete, wie sie begonnen hatte.

Herkunft: Von Südafrika nach Rostock

Die AIDAmira wurde 1999 als Mistral für Festival Cruises gebaut. Bevor sie den Kussmund erhielt, war sie lange Jahre als Costa neoRiviera für die Konzernschwester Costa Crociere im Einsatz.

Im Jahr 2019 erfolgte der große Umbau: Für rund 50 Millionen Euro wurde das Schiff in Genua modernisiert, um den typischen AIDA-Standard zu erhalten. Mit einer Länge von 216 Metern und Platz für etwa 1.200 Passagiere war sie das perfekte Schiff für Entdecker-Routen, die für die riesigen Neubauten unzugänglich waren.

Die Ära bei AIDA (2019–2022)

Die Taufe der AIDAmira im November 2019 in Palma de Mallorca war glanzvoll, doch sie stand unter keinem guten Stern:

  • Startschwierigkeiten: Aufgrund von Verzögerungen beim Umbau mussten die ersten Reisen abgesagt werden.
  • Das Konzept: Als viertes Mitglied der AIDA Selection Flotte sollte sie exotische Ziele wie Südafrika und Namibia ansteuern.
  • Das jähe Ende: Nur wenige Monate nach ihrem Start zwang die globale Pandemie das Schiff in eine zweijährige Pause. AIDA entschied schließlich im Rahmen einer Flottenoptimierung, sich von dem Schiff zu trennen. Im März 2022 verließ die AIDAmira die Flotte offiziell.

Wo ist die AIDAmira heute?

Im Gegensatz zur alten AIDAblu hatte die Mira ein glücklicheres Schicksal und entging dem Schneidbrenner:

  • Sie wurde an die britische Reederei Ambassador Cruise Line verkauft.
  • Dort fährt sie seit 2023 unter dem Namen Ambition.
  • Sie wurde erneut modernisiert und ist heute hauptsächlich für den britischen Markt im Einsatz, oft ab Häfen wie Bristol oder Newcastle.


Das „Beaching“-Szenario: Warum die AIDAmira verschont blieb

Während Schiffe wie die alte AIDAblu oder die Sovereign of the Seas den brachialen Akt des Beachings in Alang oder Aliaga erleben mussten, blieb der AIDAmira dieses Schicksal erspart. Doch warum?

Wirtschaftlichkeit vor Alter

Ein Beaching ist für Reedereien immer der letzte Ausweg („Last Resort“). Die AIDAmira war zum Zeitpunkt ihres Verkaufs (2022) erst 23 Jahre alt – für ein Kreuzfahrtschiff ist das „bestes Alter“.

  • Moderne Abgasreinigung: Da sie kurz zuvor für AIDA nachgerüstet wurde, war sie technisch wertvoller als ältere Schrott-Kandidaten.
  • Größe: Schiffe ihrer Größe sind bei kleineren Reedereien extrem begehrt, da sie Häfen anlaufen können, die für 5.000-Gäste-Riesen gesperrt sind.

Der Moment der Entscheidung

Hätte sich kein Käufer wie Ambassador gefunden, wäre auch für die Mira das Beaching-Szenario zur Realität geworden. In Krisenzeiten zählt nur die Liquidität. Dass sie heute als Ambition weiterfährt, ist ein Beweis für die zeitlose Qualität ihres ursprünglichen Entwurfs.


Das neue Aussehen der „Ambition“

Der bunte Kussmund ist weg – heute trägt sie ein elegantes, britisches Design. Ihr Rumpf ist in einem dunklen Marineblau gehalten, kombiniert mit einem markanten grünen Logo am Schornstein.

Was sich an Bord verändert hat:

  • Britisches Flair: Die Inneneinrichtung wurde komplett renoviert. Statt der lockeren AIDA-Farben dominieren nun gedeckte Töne, viel Holz und ein klassisch-gemütliches Ambiente.
  • Dining: Aus den Buffet-Restaurants wurden Bedien-Restaurants mit Namen wie Buckingham und Holyrood. Es gibt aber weiterhin Spezialitäten-Restaurants (z. B. das indische „Saffron“).
  • Pub-Kultur: Ganz wichtig für die Briten: Es gibt jetzt einen echten Pub an Bord, das The George, wo man klassisches Ale und Cider bekommt.

Wo fährt sie heute? (Saison 2026)

Die Ambition hat eine ganz klare Nische gefunden: „No-Fly Cruises“. Das bedeutet, sie startet fast ausschließlich von britischen Häfen, damit die Gäste nicht fliegen müssen.

RegionTypische Routen
NordeuropaIm Frühling und Sommer 2026 ist sie viel in den norwegischen Fjorden und rund um Island unterwegs.
Britische InselnSie umrundet oft Großbritannien und Irland, mit Stopps in kleineren Häfen wie Belfast, Bristol oder Falmouth.
SüdenIm Winter (so wie jetzt gerade im Februar 2026) zieht es sie auf die Kanaren, nach Marokko oder sogar zu Fly-Cruises in die Karibik.
Special EventsIm August 2026 ist sie für eine ganz besondere Reise geplant: Eine Kreuzfahrt zur totalen Sonnenfinsternis vor der Küste Islands und Spaniens.

Der Vergleich: AIDAmira vs. Ambition

Während die AIDAmira bei uns für „junge Entdecker“ und das Selection-Programm stand, richtet sich die Ambition heute primär an ein Publikum ab 50 Jahren, das eine ruhige, klassische Kreuzfahrt ohne viel High-Tech-Schnickschnack schätzt.

Interessantes Detail: Sie wurde technisch so stark nachgerüstet (neue Abgasfilter), dass sie heute eines der umweltfreundlichsten Schiffe ihrer Altersklasse ist und sogar in den streng geschützten Fjorden Norwegens fahren darf, wo viele andere alte Schiffe bald verboten werden.

Möchtest du, dass ich dir mal heraussuche, was eine Kabine auf der „Ambition“ heute im Vergleich zu den alten AIDA-Preisen kostet?

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