Kollision vor Ålesund: Frachter Bergfjord nach Unfall festgesetzt

Die Bergfjord war eines von drei Handelsschiffen, die in der Nacht auf Sonntag, den 4. Oktober 2026, in der Valderhaugfjorden nahe Ålesund in Norwegen kollidierten. Die norwegische Seefahrtsbehörde setzte den niederländisch geflaggten Frachter sowie das zweite beteiligte Frachtschiff Hav Frakt fest, während der Tanker Xanthia nach Inspektionen eine vorläufige Weiterfahrterlaubnis erhielt.

Was ist passiert?

Nach Angaben der Behörden waren alle drei Schiffe in Fahrt, als es auf der Ostseite der Insel Valderøya zum Zusammenstoß kam – zwei Schiffe in nördlicher, eines in südlicher Richtung. Zum genauen Zeitpunkt gibt es widersprüchliche Angaben in den Medienberichten, die den Unfall teils auf die frühen Morgenstunden des 4. Oktober, teils auf kurz nach 1:30 Uhr am 5. Oktober datieren. Norwegens gemeinsame Rettungsleitstelle erhielt laut Berichten um 01:37 Uhr über Küstenfunk einen Mayday-Anruf. Ein Hubschrauber, ein Rettungsboot, die Fregatte HNoMS Fridtjof Nansen der Königlich Norwegischen Marine sowie Einsatzkräfte an Land reagierten. Die Besatzungen aller drei Schiffe – insgesamt rund 30 Personen – blieben an Bord, eine Evakuierung war nicht nötig. Verletzte wurden nicht gemeldet. Die Bergfjord erlitt laut Berichten erheblichen Bugschaden und nahm Wasser auf. Eine Sprecherin der Reederei Royal Wagenborg bestätigte gegenüber dem niederländischen Sender NOS die Beteiligung des Schiffes, erklärte jedoch, es gebe kein Leck und die Ladung sei intakt. Zum Eigentümer bzw. Betreiber der Bergfjord gibt es widersprüchliche Angaben in den Quellen, die nicht abschließend geklärt sind. Die Ursache der Kollision ist laut norwegischen Behörden weiterhin unbekannt; die Polizei wertet unter anderem AIS-Trackingdaten aus, um die Bewegungen der Schiffe zu rekonstruieren.

Anzeige

Was die AIS-Daten zeigen

Karte mit letzter AIS-Position der Bergfjord und Rettungseinheiten vor Ålesund
Letzte AIS-Position der Bergfjord vor Ålesund, Norwegen – Daten: Schiffsradar24.de

Laut AIS-Daten sendete die Bergfjord zuletzt am 04.10.2026 um 01:05 Uhr ein Signal mit einer Geschwindigkeit von 8,8 Knoten und dem Ziel Mo i Rana. Die Position dieses letzten Signals liegt rund 331 Kilometer vom gemeldeten Kollisionsort entfernt – seit diesem Zeitpunkt wurden laut vorliegenden Daten über 72 Stunden keine weiteren AIS-Signale des Schiffes registriert. Hierzu ist zu beachten, dass AIS-Empfang Lücken aufweisen kann und nicht jedes Signal zuverlässig erfasst wird; Rückschlüsse auf den Unfallhergang lassen sich aus diesen Daten allein nicht ziehen. In der Nähe des gemeldeten Einsatzortes wurden laut AIS-Aufzeichnungen zwei Einheiten erfasst: Die Fregatte KNM Fridtjof Nansen war von 01:15 Uhr bis 01:43 Uhr in der Nähe, das Rettungsboot Rescue Idar Ulstein von 02:18 Uhr bis 04:31 Uhr – ein zeitlicher Verlauf, der zum geschilderten Rettungseinsatz passt.

Das Schiff

Name Bergfjord
Typ Frachtschiff (Cargo – Special/Bulk)
IMO 9166455
Länge 88 Meter

Die Bergfjord ist ein 88 Meter langes Trockenfrachtschiff, registriert in den Niederlanden, mit sieben Besatzungsmitgliedern an Bord zum Zeitpunkt der Kollision.

Wie geht es weiter?

DNV inspizierte den Tanker Xanthia am Sonntagabend im Auftrag der Behörde, die Seefahrtsbehörde führte am folgenden Nachmittag eine eigene Inspektion durch, bevor sie die vorläufige Fahrterlaubnis erteilte. Der Tanker darf demnach aus eigener Kraft nach Finnland fahren, um seine Ladung zu löschen, und muss anschließend zur Reparatur nach Tallinn in Estland. Die Polizei hat nach eigenen Angaben mehrere Personen befragt und technische Untersuchungen durchgeführt; Anklagen wurden bislang nicht erhoben, die Ermittlungen dauern an. Atemalkoholtests bei den Getesteten ergaben keinen Hinweis auf Alkoholeinfluss. Die norwegische Unfalluntersuchungsbehörde prüft die vorliegenden Informationen und wird entscheiden, ob eine vollständige Untersuchung eingeleitet wird.

Quellen

  • Berichterstattung zur Kollision vor Ålesund – Baird Maritime
  • Bericht zum Unfallhergang und den beteiligten Schiffen – NRK
  • Analyse zu Ablauf und offenen Fragen der Kollision – The Maritime Executive
  • Stellungnahme der Reederei Royal Wagenborg – NOS
  • Berichterstattung zum Vorfall – NewsInEnglish
  • Meldung zur Dreifach-Kollision – Data Portuaria
Nach oben scrollen
Werbung links

Werbung

Werbung rechts

Werbung