Sturm legt Fährverkehr in Piräus und Lavrio lahm

Ein Sturm hat am 14. Oktober 2026 den Fährverkehr zwischen Athen, Piräus und Lavrio erheblich gestört. Laut dem griechischen Wetterdienst EMY erreichten die Windböen in der Ägäis Stärke 9, zeitweise auch Stärke 10 auf der Beaufort-Skala, die Deutsche Presse-Agentur meldete Böen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde.

Was ist passiert?

Nach Angaben von GreekCityTimes galt für die Häfen Piräus und Lavrio ein Segelverbot bis 15:00 Uhr. Laut dpa wurde der Fährverkehr von beiden Häfen vorübergehend eingestellt. Die griechische Küstenwache bestätigte laut dem Portal en.protothema.gr, dass im Saronischen Golf nur bestimmte konventionelle Passagier- und Frachtfähren verkehrten, während Tragflächenboote komplett ausgesetzt wurden. Auch die Verbindungen Agia Marina–Nea Styra und Arkitsa–Edipsos wurden gestrichen, ebenso die Fährlinie zwischen Paloukia auf Salamis und Kamatero bei Piräus.

Die Berichte zum genauen Ausmaß der Sperrungen gehen jedoch auseinander: Während To Vima von einer vollständigen Einstellung aller Abfahrten aus Lavrio berichtete, sprachen andere Quellen lediglich von einem generellen Verbot bis 15 Uhr, ohne eine komplette Stilllegung zu bestätigen. Das Portal Argophilia Travel News meldete zudem am Abend eine Verschärfung mit Segelverbot auch für Rafina und gestrichenen Fährverbindungen nach Kreta – diese Angabe steht teilweise im Widerspruch zu Berichten, wonach Rafina zumindest morgens normal verkehrte, und ist daher als unbestätigt zu werten. Trotz der angespannten Lage fuhr die Fähre Blue Star Delos laut GreekCityTimes planmäßig um 7:20 Uhr von Piräus in Richtung Paros, Naxos, Santorin und Ios.

Ein Mensch kam an diesem Tag auf der Insel Rhodos bei den Unwettern ums Leben, wie die Nachrichtenagentur ANA-MPA unter Berufung auf die Küstenwache berichtete – dieser Vorfall steht jedoch nicht im direkten Zusammenhang mit den Fährausfällen in Athen und Lavrio.

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Was die AIS-Daten zeigen

AIS-Karte zeigt Schiffsverkehr und wartende Schiffe vor Piräus während des Sturms
AIS-Daten zeigen erhöhte Reede-Wartezeiten vor Piräus nach dem Sturm vom 14. Oktober 2026 (Quelle: Schiffsradar24.de)

Die AIS-Daten für Piräus vom 15. Oktober 2026, 02:04 Uhr, zeigen die Nachwirkungen des Sturmtages. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 461 Schiffe im Hafen, davon 80 große Schiffe ab 80 Metern Länge. 457 Schiffe lagen festgemacht, lediglich vier waren noch in Fahrt im Hafenbereich. Auf Reede warteten 54 Schiffe – etwas weniger als 24 Stunden zuvor (55), aber spürbar mehr als im 7-Tage-Durchschnitt von 48 wartenden Schiffen.

Unter den wartenden Großschiffen listen die AIS-Daten mehrere Tanker wie die 274 Meter lange NISSOS TINOS mit Ziel „For Orders“ sowie die ebenfalls 274 Meter langen EUROPEI und MELTEMI I, beide mit Zielhafen Piräus. Auch Passagierschiffe wie die KNOSSOS PALACE (214 Meter) und die BADJI MOKHTAR III (200 Meter) warteten laut AIS vor dem Hafen, ihre eingetragenen Ziele lauten Elefsina beziehungsweise Elefsis. Zum Vergleich: Im Hafen selbst zählten die AIS-Daten in den vergangenen 24 Stunden 1.864 Anläufe und 1.869 Abfahrten – ein Hinweis auf den enormen Durchsatz, der trotz der Wetterlage am Standort Piräus aufrechterhalten wurde.

Nach Schiffstypen aufgeschlüsselt waren zum AIS-Stand 27 Passagierschiffe, 28 Frachter und 23 Tanker im Hafen registriert, der Großteil der 461 Schiffe entfällt mit 383 Einheiten auf sonstige Schiffstypen wie Fischerboote, Behördenschiffe oder Yachten.

Der Hafen

Piräus zählt zu den größten Fährhäfen Europas und verbindet Athen mit zahlreichen griechischen Inseln. Unter den im Hafen liegenden besonderen Schiffen führten die AIS-Daten mehrere bekannte Fähren der Kykladen- und Kreta-Routen auf, darunter die BLUE STAR 1 und BLUE STAR 2 sowie die EL. VENIZELOS, allesamt festgemacht. Auch das Kreuzfahrtschiff VIKING SKY sowie die Großsegler SEVEN S und RADIANT waren laut AIS im Hafenbereich verzeichnet.

Wie geht es weiter?

Für die Region Attika um Athen galten laut dpa-Meldung zum Sturmzeitpunkt weiterhin Unwetterwarnungen. Offizielle Angaben zur vollständigen Wiederaufnahme des regulären Fährbetriebs in Piräus und Lavrio lagen zum Zeitpunkt der Recherche nicht vor.

Quellen

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