Sturmflut in Hamburg: Fischmarkt überflutet, Hafen läuft normal weiter

Die Sturmflut in Hamburg hat in der Nacht zum Montag, 26. Oktober 2026, den Altonaer Fischmarkt überschwemmt. Auslöser war Orkantief „Manja“, das über Norddeutschland hinwegzog und der Nordseeküste die erste Sturmflut der Saison bescherte.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte bereits vorab vor steigendem Wasser gewarnt. Nach vorläufigen Rohdaten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung erreichte der Pegel Hamburg St. Pauli um 3:19 Uhr seinen Höchststand bei rund 4,32 Metern über Normalhöhennull. Die Hamburger Schutzanlagen sind laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt für mindestens 7,30 Meter über Normalhöhennull ausgelegt und hatten damit noch deutliche Reserven. Von einer schweren Sturmflut spricht man erst ab 2,5 Metern über dem mittleren Hochwasser.

Was ist passiert?

Wie erwartet wurde der tiefer gelegene Teil des St.-Pauli-Fischmarktes von der Elbe überspült, Bilder vom Montagmorgen zeigten die überfluteten Flächen deutlich. Ein Mitarbeiter der Hamburger Polizei teilte mit, die Feuerwehr habe die Lage im Blick gehabt und sei darauf vorbereitet gewesen. In der HafenCity musste die Feuerwehr zudem eine Autofahrerin vom Dach ihres Fahrzeugs retten. Die Polizeileitstellen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern berichteten insgesamt von nur wenigen größeren Einsätzen. Offiziell bestätigte Verletzte oder Todesopfer im Zusammenhang mit der Sturmflut gibt es nicht.

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Was die AIS-Daten zeigen

AIS-Karte des Hamburger Hafens während der Sturmflut mit Schiffspositionen am Fischmarkt
Schiffsbewegungen im Hamburger Hafen während der Sturmflut, laut AIS-Daten von Schiffsradar24.de.

Laut AIS-Daten mit Stand vom 27. Oktober, 10:03 Uhr, befanden sich 328 Schiffe im Hamburger Hafen, davon 75 größere Einheiten ab 80 Metern Länge. 300 Schiffe lagen festgemacht, 28 waren in Fahrt innerhalb des Hafengebiets. Auf Reede wartende Schiffe wurden nicht erfasst – weder zum Zeitpunkt der Abfrage noch 24 Stunden zuvor oder im 7-Tage-Schnitt.

Im Vergleich zu den vergangenen 24 Stunden (345 Schiffe) und zum 7-Tage-Durchschnitt (346 Schiffe) liegt die aktuelle Zahl leicht darunter, der Unterschied bewegt sich aber im üblichen Schwankungsbereich. In den vergangenen 24 Stunden registrierten die AIS-Daten 1.153 Anläufe und 1.169 Abfahrten – Werte, die auf einen weitgehend normal laufenden Hafenbetrieb hindeuten. Hinweise auf havarierte Schiffe oder gestörte Terminals im operativen Hamburger Hafen finden sich in den Daten nicht; betroffen war den Berichten zufolge in erster Linie der Fischmarkt als touristisch-gastronomischer Bereich.

Am Fischmarkt selbst zeigen die AIS-Daten mehrere kleinere Fahrgastschiffe wie NEW YORK, JETTE ABICHT, ANITA, NORDSEE und LUETTE DEERN, die teils festgemacht, teils unterwegs waren. In der Nähe waren zudem zahlreiche Lotsenversetzboote und Schlepper aktiv, etwa ARION, WALTER, ENAK und HUGO LENTZ – ein Hinweis auf erhöhte nautische Aufmerksamkeit während der Sturmflutnacht, ohne dass dies zwangsläufig auf konkrete Einsätze schließen lässt.

Der Hafen

Unter den besonderen Schiffen im Hafen verzeichneten die AIS-Daten das Kreuzfahrtschiff SKY PRINCESS (330 Meter, festgemacht) sowie mehrere Großsegler, darunter die RISING SUN (138 Meter) und die SCHAARHOERN. Auch Traditionsschiffe wie LANDRATH KUESTER und FORTUNA lagen laut AIS fest. Diese Präsenz größerer und historischer Schiffe deutet nicht auf Beeinträchtigungen durch die Sturmflut hin, sondern entspricht dem üblichen Bild im Hamburger Hafen.

Wie geht es weiter?

Laut Prognosen sollte es an der Nordseeküste ab Donnerstag wieder ruhiger werden. Für den Fährverkehr zu den Inseln gab es am Sturmtag Einschränkungen: Der Autozugverkehr zwischen Niebüll und Sylt wurde zeitweise eingestellt, ebenso Fährverbindungen nach Spiekeroog und Wangerooge. Ob und wann diese Verbindungen vollständig wieder aufgenommen wurden, war zum Berichtszeitpunkt teils noch nicht bestätigt.

Quellen

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