Kreuzfahrt-Absagen sorgen in dieser Woche für Unruhe im Reiseverkehr: Wegen stürmischen Herbstwetters mussten mehrere Reedereien kurzfristig Häfen auslassen oder Routen ändern. Betroffen sind unter anderem AIDA-Schiffe, Mein Schiff Flow von TUI Cruises sowie Schiffe von MSC – viele davon mit Bezug zu Hamburg und Bremerhaven.
Was ist passiert?
Auf ihrer Norwegen-Kreuzfahrt ab Hamburg (24. bis 31. Oktober 2026) musste die AIDAperla bereits zweimal planmäßige Häfen streichen: Erst entfiel Eidfjord, später auch Ålesund. Als Ersatz lief das Schiff vorzeitig Stavanger an und soll laut dänischem Portal „Skagennyt“ am Donnerstag in Skagen festmachen. Auch die Abfahrt aus Hamburg hatte sich wetterbedingt um rund 1:45 Stunden verzögert, wie t-online Hamburg berichtete.
Ähnlich erging es anderen Schiffen: Mein Schiff 3 kehrt laut Positionsdaten früher als geplant nach Bremerhaven zurück, nachdem der Hafen Le Havre entfallen musste. Mein Schiff Relax strich den einzigen Zielhafen Oslo komplett und musste in der Deutschen Bucht zeitweise abdrehen, um einer möglichen Elbsperrung zu entgehen. Nach bislang vorliegenden Informationen des Portals „Schiffe und Kreuzfahrten“ hat zudem Mein Schiff Flow den Hafen Kopenhagen gestrichen und soll Kiel einen Tag früher als geplant erreichen. Für MSC wurden frühere Einläufe von MSC Preziosa und MSC Virtuosa in Southampton gemeldet, Details dazu liegen bislang nur als Kurzmeldung vor.
Auch die AIDAprima war betroffen: Wegen drohender Elbsperrung musste sie laut Fachportal bereits gegen Mitternacht in Hamburg anlegen, ihr Schwesterschiff tauschte zudem die Häfen Southampton und Zeebrügge auf der Metropolenroute. Verletzte oder eine akute Gefährdungslage wurden in keiner der Quellen gemeldet – es handelt sich um vorsorgliche nautische Entscheidungen.
Was die AIS-Daten zeigen

Laut AIS-Daten mit Stand 28. Oktober 2026, 15:12 Uhr, befanden sich 343 Schiffe im Hamburger Hafen – genauso viele wie im 7-Tage-Durchschnitt und spürbar mehr als vor 24 Stunden mit 329 Schiffen. Davon waren 297 Schiffe festgemacht und 46 in Fahrt im Hafengebiet, Schiffe auf Reede wurden nicht registriert. Von den 343 Schiffen zählten 87 zu den großen Einheiten ab 80 Metern Länge. Nach Schiffstyp verteilten sich die Positionen auf 89 Passagierschiffe, 51 Frachter, 42 Tanker und 161 sonstige Fahrzeuge.
In den vergangenen 24 Stunden registrierten die AIS-Daten 1.202 Anläufe und 1.182 Abfahrten im Hamburger Hafen – ein Hinweis darauf, dass der reguläre Schiffsverkehr trotz der Sturmlage in anderen Nordseehäfen weitgehend normal weiterlief. In der Nähe des Hafens wurde laut AIS zudem ein Marineschiff, die „LUNDEN“, von 9:13 bis 11:23 Uhr registriert.
Der Hafen
Unter den besonderen Schiffen im Hamburger Hafen listen die AIS-Daten mehrere Großsegler, darunter die 114 Meter lange „LUNA“ sowie die festgemachten Traditionssegler „SHENOA“, „SCHAARHOERN“ und „NOBILE“. Die „MARE FRISIUM“ war zum Stichtag unterwegs. Ein direkter Zusammenhang dieser Schiffe mit den Routenänderungen der Kreuzfahrtflotten besteht laut vorliegenden Daten nicht.
Wie geht es weiter?
Laut Schiffe und Kreuzfahrten überwacht bei AIDA das Fleet Operations Center der Carnival Corporation in Hamburg fortlaufend die nautische Lage und entscheidet je nach Wind- und Seegangsverhältnissen über weitere Anpassungen. Für die laufende Woche bleibt unklar, ob zusätzliche Häfen entfallen müssen; ein aktuelles Sturmtief mit eigenem Namen wird in den gesichteten Quellen nicht einheitlich benannt. Einen Überblick über die aktuelle Kreuzfahrtwoche bietet die Übersicht zur Kreuzfahrt-Woche KW 41 2026.
Quellen
- AIDAperla: Erneuter Hafenausfall wegen Sturm – t-online Hamburg
- Mein Schiff 3 kehrt früher zurück – Schiffe und Kreuzfahrten
- Mein Schiff Relax: Oslo gestrichen, Elbsperrung droht – Schiffe und Kreuzfahrten
- Mein Schiff Flow: Kopenhagen entfällt – kreuzfahrttester.com
- AIDAprima: Elbsperrung droht – Schiffe und Kreuzfahrten
- Sturm am Ärmelkanal trifft MSC und P&O – Schiffe und Kreuzfahrten



