Öltanker live – wo fahren die Supertanker gerade?

Rund um die Uhr sind Tausende Öltanker auf den Weltmeeren unterwegs – vom kleinen Produktentanker in der Nordsee bis zum Supertanker im Persischen Golf. Hier siehst du sie live auf der Karte, bekommst die aktuelle Lage in der Straße von Hormus und erfährst, wie groß Öltanker sind und über welche Routen das Öl der Welt fließt.

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Öltanker live auf der Karte

Die Karte zeigt alle Tanker, die gerade ihre AIS-Position senden. Klicke ein Schiff an, um Name, Flagge, Kurs, Geschwindigkeit und Ziel zu sehen. Neben Rohöl- und Produktentankern sind dort derzeit auch Chemikalien- und Gastanker enthalten.

Aktuelle Lage in der Straße von Hormus

Stand: 16. Oktober 2026

Die UKMTO stuft die Bedrohung für die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus weiter als schwerwiegend ein und hält weitere Angriffe für höchstwahrscheinlich. Zwischen dem 11. und 13. Oktober wurden acht Projektilangriffe auf Schiffe gemeldet, darunter vier Tanker; das Containerschiff „GFS Pride“ sank am 14. Oktober nach einem Brand. Das Verkehrsaufkommen liegt deutlich unter dem Vorkriegsniveau, Öltransporte durch die Meerenge sind stark zurückgegangen, Versicherungsprämien und Frachtkosten steigen.

Zum täglichen Hormus-Update

Was ist ein Öltanker?

Ein Öltanker ist ein Frachtschiff, das Rohöl oder Mineralölprodukte in großen Tanks im Schiffsrumpf transportiert. Man unterscheidet zwei Haupttypen:

  • Rohöltanker (Crude Oil Tanker): bringen unraffiniertes Rohöl von den Förderländern zu den Raffinerien. Dazu gehören die ganz großen Schiffe wie VLCC und Suezmax.
  • Produktentanker (Product Tanker): transportieren raffinierte Produkte wie Benzin, Diesel, Kerosin oder Heizöl. Sie sind meist kleiner und haben beschichtete Tanks, damit verschiedene Ladungen getrennt gefahren werden können.

Moderne Öltanker sind als Doppelhüllentanker gebaut: Zwischen Ladetank und Außenhaut liegt ein zweiter Rumpf, der bei einer Kollision oder Grundberührung das Auslaufen von Öl verhindern soll. Nach Unglücken wie der Exxon Valdez 1989 haben die USA (Oil Pollution Act 1990) und die Internationale Seeschifffahrtsorganisation IMO über das MARPOL-Übereinkommen Einhüllentanker schrittweise verboten. Wie die Unglücke abliefen, liest du auf den Seiten zur Exxon Valdez und zur Prestige. Einen Überblick über alle Tankerarten, auch Chemikalien- und Gastanker, findest du auf unserer Seite Tanker live.

Wie ein Öltanker beladen und gelöscht wird

Beladen wird ein Öltanker an einem Ölterminal oder an einer Ladeboje vor der Küste: Landseitige Pumpen drücken das Öl über Schläuche oder Ladearme in die Tanks. Beim Löschen im Zielhafen arbeiten dagegen die eigenen Ladepumpen des Schiffes, die das Öl an Land befördern. Damit sich in den leeren Tankräumen kein explosives Gasgemisch bilden kann, füllt ein Inertgassystem sie mit sauerstoffarmem Gas.

Supertanker, die wegen ihres Tiefgangs keinen Hafen anlaufen können, geben ihre Ladung oft auf See per Ship-to-Ship-Transfer an kleinere Tanker ab. Ohne Ladung fahren Tanker in Ballast: In getrennte Ballasttanks wird Seewasser gepumpt, damit Propeller und Ruder tief genug im Wasser liegen und das Schiff stabil bleibt. Weil ein Tanker auf vielen Routen nur in eine Richtung beladen ist, fährt er häufig die Hälfte seiner Zeit leer zurück – auch das fließt in die Frachtraten ein.

An Bord eines VLCC arbeiten trotz der enormen Größe meist nur rund 20 bis 30 Seeleute. Ein großer Teil der Technik, von der Navigation bis zur Ladungsüberwachung, ist heute automatisiert.

Größenklassen von Öltankern

Öltanker werden nach ihrer Tragfähigkeit in Tonnen (tdw, englisch DWT) eingeteilt. Viele Klassen sind nach den Wasserstraßen benannt, die sie gerade noch passieren können. Die Grenzen sind in der Branche nicht ganz einheitlich, die folgenden Werte sind gängige Richtwerte:

KlasseTragfähigkeitTypischer Einsatz
ULCC (Ultra Large Crude Carrier)über 320.000 tdwLangstrecken Persischer Golf – Asien/Europa, heute meist als Öllager
VLCC (Very Large Crude Carrier)200.000 – 320.000 tdwPersischer Golf – China, Indien, Japan; Westafrika und USA – Asien; ca. 2 Mio. Barrel
Suezmax120.000 – 200.000 tdwWestafrika – Europa/USA, Schwarzes Meer – Mittelmeer; passt beladen durch den Suezkanal
Aframax80.000 – 120.000 tdwNordsee, Ostsee, Mittelmeer, Karibik; kürzere Regionalrouten
Panamax60.000 – 80.000 tdwAmerika-Routen; ursprünglich auf die alten Panamakanal-Schleusen zugeschnitten
MR (Medium Range)25.000 – 55.000 tdwProduktentanker für Benzin, Diesel, Kerosin; weltweit im Küsten- und Regionalverkehr

Wer von Supertankern spricht, meint meist VLCC und ULCC. Diese Schiffe sind so groß, dass sie viele Häfen gar nicht anlaufen können und an Ölterminals vor der Küste oder per Umladen auf kleinere Tanker gelöscht werden.

Die größten Öltanker der Welt

Seawise Giant – das größte Schiff, das je gebaut wurde. Der Tanker lief 1979 in Japan bei Sumitomo vom Stapel und wurde 1981 verlängert. Mit 458,45 Metern Länge und 564.763 tdw ist er bis heute das längste und schwerste Schiff der Geschichte. 1988 wurde er im Iran-Irak-Krieg in der Straße von Hormus bombardiert und sank, wurde jedoch gehoben, repariert und fuhr als Jahre Viking weiter. Ab 2004 diente er als Knock Nevis vor Katar als schwimmendes Öllager, bevor er 2009 als Mont zum Abwracken nach Alang in Indien fuhr. Die ganze Geschichte: Seawise Giant.

TI-Klasse – die größten noch existierenden Tanker. Die vier Schwesterschiffe TI Africa, TI Asia, TI Europe und TI Oceania wurden 2002 und 2003 bei Daewoo in Südkorea gebaut. Sie sind 380 Meter lang, 68 Meter breit und tragen rund 441.000 Tonnen, das entspricht etwa 2,8 Millionen Barrel. Es waren die ersten ULCC seit rund 25 Jahren. Inzwischen fahren alle vier nicht mehr als Transporttanker, sondern dienen als schwimmende Lager- und Verladeeinheiten (FSO): zwei vor Katar, zwei vor Malaysia. Mehr dazu: TI Oceania.

Im aktiven Handel sind heute VLCC mit rund 300.000 tdw die größten Öltanker. Aktuelle Käufe und Neubauten verfolgen wir in den News, zum Beispiel zum Rekordverkauf eines VLCC und zum Flottenausbau bei Capital Tankers.

Wichtige Routen und Engpässe

Ein großer Teil des weltweiten Ölhandels muss durch wenige Meerengen. Wird eine davon gesperrt oder unsicher, verlängern sich Routen um Tausende Seemeilen und die Frachtraten steigen. Welche Tanker gerade wo unterwegs sind, zeigt die Live-Karte oben; besonders dicht ist der Verkehr vor den Zufahrten der Meerengen, wo Schiffe oft auf Lotsen, Freigaben oder bessere Sicherheitslage warten.

  • Straße von Hormus: der wichtigste Ölengpass der Welt zwischen Iran und Oman. Hier fließt im Normalbetrieb rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs hindurch. Die tägliche Lage: Straße von Hormus live.
  • Bab el-Mandeb: die Meerenge zwischen Jemen und Dschibuti verbindet den Golf von Aden mit dem Roten Meer und ist das Tor zum Suezkanal. Seit den Angriffen im Roten Meer meiden viele Tanker diese Route.
  • Suezkanal: die kürzeste Verbindung zwischen Asien, Nahost und Europa. Beladene Suezmax-Tanker passen gerade noch hindurch, voll beladene VLCC meist nicht.
  • Straße von Malakka: zwischen Malaysia, Singapur und Sumatra. Durch sie fahren die meisten Tanker vom Persischen Golf nach China, Japan und Südkorea.
  • Bosporus: die enge Durchfahrt durch Istanbul ist der Ausgang des Schwarzen Meeres für Öl aus Russland und Kasachstan. Wegen der Enge gelten strenge Regeln, große Tanker passieren oft nur tagsüber.
  • Kap der Guten Hoffnung: die Ausweichroute um Afrika. Sie ist für Schiffe, die nicht durch den Suezkanal passen, ohnehin Standard und wird bei Krisen im Roten Meer auch von kleineren Tankern genutzt – mit deutlich längerer Fahrtzeit.

Frachtraten und Tankermarkt

Was es kostet, Öl zu verschiffen, bestimmen Angebot und Nachfrage auf dem Chartermarkt. Konflikte wirken sich sofort aus: Höhere Versicherungsprämien, Umwege und weniger verfügbare Schiffe treiben die Raten in die Höhe. Im Juni 2026 sind die Frachtraten für Tanker aus dem Persischen Golf zeitweise um ein Vielfaches gestiegen – mehr dazu in unserem Bericht Öltanker-Buchung Persischer Golf: Frachtrate steigt auf 897 %. Weitere Hintergründe liefert unser Artikel zum Supertanker-Mangel.

Häufige Fragen zu Öltankern

Wie viel Öl passt in einen Öltanker?

Das hängt von der Größenklasse ab. Ein VLCC transportiert rund 2 Millionen Barrel Rohöl (etwa 300.000 Tonnen), ein Suezmax rund 1 Million Barrel, ein Aframax etwa 600.000 bis 750.000 Barrel. Die vier Schiffe der TI-Klasse fassen jeweils rund 2,8 Millionen Barrel.

Wie groß ist der größte Öltanker?

Der größte Öltanker aller Zeiten war die Seawise Giant (später Jahre Viking, Knock Nevis und Mont) mit 458,45 Metern Länge und 564.763 Tonnen Tragfähigkeit. Sie wurde 2010 in Alang (Indien) abgewrackt. Die größten heute noch existierenden Einheiten sind die vier 380 Meter langen Schiffe der TI-Klasse mit rund 441.000 tdw, die inzwischen als schwimmende Öllager eingesetzt werden.

Wie viele Öltanker fahren durch die Straße von Hormus?

Im Normalbetrieb läuft rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs durch die Straße von Hormus, transportiert von täglich zahlreichen Rohöl- und Produktentankern. Durch die aktuelle Sicherheitslage schwankt der Verkehr stark. Den Tagesstand findest du im täglichen Update zur Straße von Hormus.

Kann man Öltanker live verfolgen?

Ja. Öltanker senden wie alle größeren Handelsschiffe ihre Position per AIS. Auf der Live-Karte oben siehst du Tanker weltweit mit Name, Kurs und Geschwindigkeit. In Konfliktgebieten schalten manche Schiffe ihren AIS-Sender zeitweise ab, dann fehlen sie auf der Karte.

Was kostet eine Tankercharter?

Einen festen Preis gibt es nicht. Charterraten werden je nach Route und Größenklasse in US-Dollar pro Tag oder als Worldscale-Punkte gehandelt und schwanken mit Angebot, Nachfrage und Risiko stark. In Krisenzeiten können sie sich innerhalb weniger Tage vervielfachen, wie unser Bericht zu den Frachtraten im Persischen Golf zeigt.

Wie breit ist die Straße von Hormus?

An ihrer engsten Stelle ist die Straße von Hormus rund 33 Kilometer (etwa 21 Seemeilen) breit. Die Fahrrinnen für die Großschifffahrt sind jedoch viel schmaler: je eine Spur von rund 3 Kilometern pro Richtung, getrennt durch eine Pufferzone.

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