Segler Maranatha sinkt im Rostocker Stadthafen

Im Rostocker Stadthafen ist der Traditionssegler Maranatha gesunken. Die Wasserschutzpolizei Rostock erhielt die Mitteilung über das gesunkene Boot am 21. Oktober 2026 um 8:00 Uhr, wie das Landeswasserschutzpolizeiamt Mecklenburg-Vorpommern mitteilte. Das Schiff lag an einer Pier eines Privatgrundstücks im Hafen, als es aus bislang ungeklärter Ursache auf den Grund der Warnow sank.

Was ist passiert?

Laut der offiziellen Polizeimeldung war rund um das gesunkene Boot eine bunt schillernde Substanz auf der Wasseroberfläche sichtbar. Die Berufsfeuerwehr Rostock legte daraufhin eine Ölsperre aus, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Nach Angaben des Nordkurier waren rund 20 Beamte der Berufsfeuerwehr sowie die Wasserschutzpolizei vor Ort; augenscheinlich seien Schmierstoffe wie Diesel in die Unterwarnow ausgetreten.

Nach Polizeiangaben musste ein weiteres, rund 22 Meter langes Motorschiff, das an dem gesunkenen Boot vertäut war, aus Sicherheitsgründen an einen neuen Liegeplatz verholt werden – laut Nordkurier war dieses Schiff bereits in deutlicher Schieflage. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt, die zuständige Verkehrszentrale, das Hafenamt Rostock sowie der Eigentümer wurden informiert. Die Wasserschutzpolizei nahm eine Strafanzeige wegen Gewässerverunreinigung auf; die Ermittlungen zur Ursache dauern laut Behörde an. Hinweise auf Personenschäden liegen nicht vor.

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Was die AIS-Daten zeigen

AIS-Karte des Rostocker Stadthafens mit Schiffspositionen nach dem Untergang der Maranatha
AIS-Daten zeigen die Schiffslage im Rostocker Stadthafen nach dem Untergang der Maranatha. Quelle: Schiffsradar24.de

Laut AIS-Daten mit Stand 22. Oktober 2026, 12:10 Uhr, befanden sich 101 Schiffe im Rostocker Hafen, davon 93 festgemacht und 8 in Fahrt. 18 davon sind größere Schiffe ab 80 Metern Länge. Sechs Schiffe lagen auf Reede und warteten auf einen Liegeplatz – ein Anstieg gegenüber vier wartenden Schiffen vor 24 Stunden und dem 7-Tage-Schnitt von drei Schiffen auf Reede.

Zu den wartenden Großschiffen zählen laut AIS unter anderem die Tanker MARAN PEARY (249 m) und KAPTAN VEYSEL VARDAL (119 m) sowie die Frachter KLARIKA (106 m) und JSP MOEN (89 m), die meisten mit Ziel DERSK, eines mit Ziel Rostock. Die Gesamtzahl der Schiffe im Hafen liegt mit 101 leicht über dem 7-Tage-Durchschnitt von 99, die Zahl der Anläufe und Abfahrten der vergangenen 24 Stunden (258 Anläufe, 261 Abfahrten) bewegt sich im üblichen Rahmen für den stark frequentierten Hafen.

Am mutmaßlichen Ereignisort im Stadthafen zeigt AIS das festgemachte Schiff HANSESTADT ROSTOCK (34 m). Spezielle Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr oder Polizei senden in der Regel kein AIS-Signal und tauchen deshalb nicht in den Daten auf. In der Nähe liegen laut AIS mehrere Segelschiffe fest, darunter CINDERELLA NOEL IV (49 m), ALBERT JOHANNES (46 m) und SANTA BARBARA ANNA (46 m) – ein Hinweis darauf, dass der Stadthafenbereich traditionell von historischen Seglern genutzt wird.

Das Schiff

Name Maranatha
Typ Hölzerne Brigantine (Traditionssegler)
Länge (Rumpf) 27 m
Länge (gesamt) 34 m
Baujahr 1991

Die Maranatha wurde laut Nordkurier von 1984 bis 1991 von einer ostholsteinischen Familie in Eigenarbeit gebaut und diente ursprünglich einer mehrjährigen Weltumsegelung. Nach Angaben des Fachportals Tallship-Fan belegte das Schiff 1998 beim Tall Ships Race in Warnemünde den ersten Platz. Nach Hintergrundangaben von Yacht.de lag die Maranatha zuletzt zur Überholung in Rostock; die Takelage sei bereits entfernt und die Dieselmotoren überholt worden, mit dem Ziel, das Schiff künftig als Motorschiff im Mittelmeer einzusetzen. Diese Angaben stammen nicht aus einer Quelle zum Unglück selbst und werden von keiner Behörde mit der Sinkursache in Verbindung gebracht.

Wie geht es weiter?

Die Ursache für den Untergang der Maranatha ist nach Angaben der Wasserschutzpolizei weiterhin nicht geklärt, die Ermittlungen dauern an. Zum aktuellen Stand einer möglichen Bergung des Schiffs sowie zum Ausmaß der Ölverschmutzung liegen bislang keine offiziellen Angaben vor.

Quellen

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Mein Schiff – TUI Cruises

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