Segler „Maranatha“ im Rostocker Stadthafen gesunken

In Rostock ist der Weltreisen-Holzsegler „Maranatha“ im Stadthafen an der Neptunallee gesunken. Die Wasserschutzpolizei Rostock erhielt am Mittwoch, den 21. Oktober 2026, um 8:00 Uhr die Meldung über das gesunkene Boot, das an einer Pier eines Privatgrundstücks in direkter Nähe zum Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie festgemacht war.

Was ist passiert?

Laut Mitteilung der Wasserschutzpolizei Mecklenburg-Vorpommern ragten beim Eintreffen der Einsatzkräfte nur noch wenige Teile des Schiffes aus dem Wasser, wie der Nordkurier berichtete. Aus bislang ungeklärten Gründen sank die hölzerne Brigantine mit 27 Metern Rumpflänge und 34 Metern Gesamtlänge bis auf den Grund der Warnow. Das Boot war zwischen 1984 und 1991 von einer ostholsteinischen Familie in Eigenarbeit gebaut worden und fand nach einer Weltreise und 16 Jahren im Lübecker Hafen seit 2021 seinen neuen Heimathafen in Rostock.

Nach Polizeiangaben war die „Maranatha“ an einem zweiten, 22 Meter langen Motorschiff vertäut, das durch das Sinken in gefährliche Schieflage geriet. Dieses Schiff musste aus gefahrenabwehrenden Gründen an einen neuen Liegeplatz in der Nähe verbracht werden. An der Wasseroberfläche rund um das gesunkene Boot war laut Polizei eine bunt schillernde Substanz sichtbar, vermutlich Schmierstoffe wie Diesel; die Berufsfeuerwehr Rostock legte daraufhin eine Ölsperre aus. Nach Nordkurier-Angaben waren rund 20 Feuerwehrbeamte sowie die Wasserschutzpolizei im Einsatz. Die Polizei nahm eine Strafanzeige wegen Gewässerverunreinigung auf, die Ursache des Unglücks ist weiterhin offen. Informiert wurden zudem das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt, die zuständige Verkehrszentrale und das Hafenamt Rostock. Zu Personenschäden liegen keine offiziellen Angaben vor.

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Was die AIS-Daten zeigen

AIS-Karte des Rostocker Hafens mit Schiffspositionen rund um den Stadthafen
AIS-Daten zeigen den Schiffsverkehr im Rostocker Hafen nach dem Sinken der „Maranatha“ (Quelle: Schiffsradar24)

Laut AIS-Daten von Schiffsradar24 waren im Rostocker Hafen zum Stand 23. Oktober 2026, 2:01 Uhr, insgesamt 99 Schiffe erfasst, davon 18 größere Einheiten ab 80 Metern Länge. 97 Schiffe lagen fest, zwei befanden sich in Fahrt innerhalb des Hafengebiets. Sechs Schiffe warteten auf Reede – ein Wert, der über dem 7-Tage-Schnitt von vier wartenden Schiffen liegt, aber dem Stand von vor 24 Stunden entspricht. Die Zahl der Schiffe im Hafen stieg im Vergleich zu vor 24 Stunden leicht von 94 auf 99 und liegt damit im Bereich des 7-Tage-Durchschnitts.

Unter den wartenden größeren Schiffen befinden sich mehrere Tanker und Frachter, etwa die 119 Meter lange „Kaptan Veysel Vardal“ sowie „Klarika“, „Traviata“ und „Meri“ mit Zielhafen Rostock-Überseehafen (DERSK). Auch „JSP Moen“ und „Lafjell“ warten laut AIS auf ihren Anlauf. In den vergangenen 24 Stunden registrierte Schiffsradar24 im Rostocker Hafen 250 Anläufe und 247 Abfahrten – ein für den Hafen typisches, hohes Verkehrsaufkommen, das auf den laufenden Fährbetrieb und Frachtverkehr zurückgeht. Am konkreten Ereignisort an der Neptunallee waren laut AIS keine größeren, AIS-sendenden Schiffe oder Einsatzeinheiten verzeichnet – kleinere Boote und Feuerwehrfahrzeuge senden in der Regel kein AIS-Signal, sodass der Einsatz vor Ort in den Daten nicht abgebildet wird.

Der Hafen

Im Rostocker Stadthafenbereich liegen laut AIS-Daten derzeit auch mehrere Großsegler fest, darunter „Cinderella Noel IV“, „Albert Johannes“ und „Santa Barbara Anna“ mit jeweils rund 46 bis 49 Metern Länge, sowie das Fährschiff „Berlin“ (170 Meter). Der Gesamtbetrieb im Hafen scheint laut den vorliegenden Zahlen vom Vorfall unbeeinflusst zu sein.

Wie geht es weiter?

Die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei zur Ursache des Sinkens dauern an. Eine offizielle Einschätzung zu Schuld oder Auslöser liegt bislang nicht vor.

Quellen

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